... ich glaub, ich hab was Schweres verschluckt, es lag einfach so auf der Straße rum, da war es schon in mir verschwunden. Das passiert mir immer wieder, das Schwere hat so einen Reiz auf mich, es muss nur recht klobig und klumpig sein, dann verleib ich es mir reflexhaft ein. Andere sind ja eher vernünftig, die fressen nie auf der Straße herum, die lesen lieber in den loungigen Cafés in schicken Magazinen! Und was sie da trinken, und was sie da essen dürfte streng genommen schon diätisch sein: ich vermute, das prägt dann ihr Denken & macht ihr Fühlen besenrein. Ich möchte mich ja nicht immer nur beklagen, aber an den Klumpen trage ich dann schon schwer. Und da wünsch ich mir halt manchmal ein Kirschsoufflé zum Dessert. Aber nein, es sind immer gewichtige Sachen, es geht mich ja eigentlich gar nichts an! Das hilft aber nichts, verschlungen ist verschlungen, und hat dann eben Nachgeschmack. Vielleicht sollte ich nicht immer alles nur schlucken, die Regenwolken, das Elend, den Straßendreck, damit sich zu befassen trifft oft die Dummen, die Anzugträger rührt es nicht. Dann hängen in den Lüften die schweren Herzen, die bleiernen Westen und die teerigen Klumpen. Dann gibt es immer und immer keine Wälder in meinen Straßen, keine Hügel in den Gassen, und die Bildschirme sind alle flimmernd und leer.

Ich will jetzt einmal Rosen kotzen, dann bin ich vielleicht endlich leer. Ich übergebe mich über Dächer und den Teppich und die glänzenden Schuhe anderer Leute. Und Rosen und Rosen auf den Autobahnen! In den Kanälen, den glänzenden Glasfaserleitungen! Und Rosen in der Schublade, und kotzen und kotzen und schwere Klumpen. Ich habe wohl grad was Schweres geschluckt, es lag einfach nur herum. Das war ein Muster auf dem Weg in die Arbeit und ein Hindernis auf dem Weg ganz weit nach vorn. Und keiner fragt, wer es gefressen hat. Und keiner ist am Ende satt. Ich kotze Rosen, ich fresse Klumpen, ich verleibe mir das ganze Blei ein. Aber Wolken und Hügel, und Stille in den Ohren, so will ich mal sein ...